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DiabetikerSelbsthilfe-Report
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1.2 Das diabetische Coma als Todesursache, einst und jetzt

Das griechische Wort "coma" bedeutet fester, tiefer Schlaf. Die
Bewußtlosigkeit ist ein entscheidendes Zeichen des diabetischen
Comas. Man nimmt heute an, daß die Bewußtlosigkeit im Coma
diabeticum durch einen erhöhten Natriumgehalt des Liquor
cerebrospinalis oder durch einen Wasserentzug aus den
Gehirnzellen hervorgerufen wird.

Man unterscheidet in der Medizin heute drei Formen des
diabetischen Coma. Das eigentliche ketoazidotische Coma
diabeticum, welches das Endstadium des nichtbehandelten
Diabetes mellitus darstellt und zwei weitere relativ seltene
Formen, das bei unbehandelten Altersdiabetikern vorkommende,
nichtazidotische Coma und das bei Biguanidtherapie auftretende
laktazidotische Coma. Die klassiche und häufigste Form, das
ketoazidotische Coma ist, wie die beiden anderen Formen,
letztlich auf einen absoluten oder relativen Mangel an Insulin
zurückzuführen.

Normalerweise besteht im Körper ein dynamisches Gleichgewicht
zwischen Fettaufbau und Fettabbau. Der Fettaufbau ist dabei
abhängig vom Vorhandensein des Insulins, der Fettabbau jedoch
nicht. Fehlt nun das Insulin oder ist es in zu geringer Menge
vorhanden, so wird der Eintritt der Glucose in die Fettzelle
und damit die Bildung von Alpha-Gyzerinphosphat verhindert.
dadurch kann die Fettzelle die Triglyzeridsynthese nicht in
ausreichendem Maße durchführen, denn Alphaglyzerinphosphat kann
die Fettzelle nicht selbst aufbauen. Da jetzt der Fettaufbau
eingeschränkt ist, während jedoch der Fettabbau unvermindert
weiter stattfindet, wird das Fließgleichgewicht zu Gunsten des
Fettabbaues gestört. Aus den Fettzellen gelangen jetzt freie
Fettsäuren und Glyzerin in das Blut. Diese werden in der
"Chemiefabrick des Körpers", in der Leber, zu Triglyzeriden
resynthetisiert zur Cholesterinsynthese verwendet oder in
Ketonkörper, Betahydroxybuttersäure, Acetessigsäure und Aceton
umgewandelt. Durch Anhäufung dieser Ketonkörper kommt es
schließlich zu einer Übersäuerung, der sogenannten Ketonämie
und durch den verminderten Eintritt der Glucose in die Zellen
kommt es schließlich zur Überzuckerung des Blutes, der
sogenannten Hyperglykämie.

Der Körper versucht nun diese Stoffe auf verschiedene Weise aus
dem Körper zu eliminieren. Nachdem der Blutzuckerwert die Höhe
der Nierenschwelle von ca. 170 - 180 mg/dl erreicht hat ist die
Rückresorption der Glucose aus dem Primärharn im Tubulussystem
der Nieren nicht mehr vollständig und es kommt zur Ausscheidung
von Glucose im Harn. Bei schwerem Diabetes können täglich
mehrere Hundert Gramm Glucose ausgeschieden werden, was
natürlich einen enormen Energieverlust für den Körper bedeutet.
Ketonkörper werden im Harn und über die Atmung ausgeschieden.
Es zeigt sich das klinische Bild der Kussmaulschen Atmung und
der Glucosurie. Hyperglykämie und Ketonämie des Blutes haben
eine osmotische Diurese zur Folge, welche sich deshalb
schwerwiegend auswirkt, weil der Wasserverlust durch die Nieren
im Coma diabeticum nicht durch vermehrte Flüssigkeitsaufnahme
ausgeglichen werden kann, denn die Patienten sind apathisch
bzw. bewußtlos. Erbrechen, Durchfälle und Kussmaulsche Atmung
bewirken weitere Flüssigkeitsverluste. Es kommt zunächst zum
Wasserverlust auserhalb der Zellen, zu einer sogenannten
extrazellulären Exsikose. Dadurch wird natürlich die
Hyperosmolarität des Blutes, hervorgerufen durch die hohen
Konzentrationen von Glucose und Ketonkörpern im Blut,
verstärkt. Infolge des osmotischen Gefälles tritt Wasser aus
den Zellen in den Extrazellulärraum über hieraus resultiert
natürlich ein intrazelluläre Dehydratation. M.a.W. der Körper
trocknet aus.

Durch die Ketonkörperausscheidung durch die Niere wird vor
allem der Elektrolythaushalt des Körpers beeinträchtigt, da mit
den Ketonsäuren große Mengen von Natrium und Kalimusalzen dem
Körper verlorengehen. Der Tod im diabetischen Coma ist
letztendlich ein, durch die Übersäuerung des Blutes
hervorgerufener, Erstickungstod.





All 'das sind Auswirkungen des absoluten oder relativen Mangels
an Insulin. Durch Substitution dieses Hormons ist es gelungen,
das diabetische Coma, das vor der Entdeckung die
Haupttodesursache des Diabetikers war, bis auf 1% als direkte
Todesursache zurückzudrängen. Es kommt praktisch nur noch bei
einem nicht oder zu spät erkannten Diabetes vor, aber auch bei
groben Diätfehlern oder dann, wenn ein Diabetiker die
Substitution des Hormons unterläßt.

Für den Diabetiker von heute ist es von Wichtigkeit, daß er die
ersten Erscheinungen einer beginnenden Verschlechterung der
Stoffwechsellage sofort erkennt, um dem diabetischen Coma
vorbeugende Maßnahmen entgegenzusetzen zu können. Man könnte
vereinfachend sagen, da es sich beim Coma diabeticum
gewissermaßen um eine Vergiftung mit körpereigenen Stoffen
handelt, ähneln auch die Symptome den Symptomen einer
Vergiftung.


Das Coma kündigt sich zunächst vor allem durch zunehmende
Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl an. Es kommt zu
vermehrtem Durst und zunehmender Polyurie. Im Präcoma treten
Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen auf. Auch eine rosige
Gesichtsfarbe ist beim Diabetiker kein gutes Zeichen. Über
Bewusstseinstrübung, Apathie und Abgeschlagenheit kommt es
schließlich zum diabetischen Coma. Schon vor dem Auftreten der
vertieften, sogenannten Kussmaulschen Atmung, ist ein an Obst
oder Lackverdünnung erinnernder Geruch der Ausatmungsluft
wahrzunehmen, der vom Gehalt an Azeton herrührt. Die Haut wird
infolge des Wasserverlustes schlaff und kann in Falten
abgehoben werden. Oft sind auch die Reflexe vermindert oder
überhaupt nicht mehr auslösbar.

Der Diabetiker von heute hat die Chance, diese Zeichen richtig
zu deuten und dem diabetischen Coma durch entsprechende
Maßnahmen, z.B. durch den Gang zum Arzt, vorzubeugen, bevor man
ihn in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus einliefern muß.

Ist das Coma mit tiefer Bewußtlosigkeit eingetreten, so hängt
die Überlebensschance eines komatösen Patienten vom
baldmöglichen Beginn einer intensiven Behandlung ab, die mit
der Verabfolgung von 50 IE Altinsulin intravenös möglichst noch
vor der Einweisung in die Klinik als therapeutische
Sofortmaßnahme erfolgen sollte, da es die Überlebensschance der
Betroffenen wesentlich erhöht.

Ich möchte daraus die Forderung ableiten, daß auch
Familinemitglieder oder nahe Bekannte, die einen Diabetiker
vielleicht in diesem Zustand antreffen, wissen, daß es auf
Minuten ankommen kann, in denen sie ein Leben retten können.
Die Dauer des Comas in tiefer Bewußtlosigkeit bis zum Tode
beträgt etwa 36 bis 43 Stunden. Eine Rettung des Lebens ist nur
dann noch möglich, wenn die völlige Bewußtlosigkeit nicht
länger als vier, höchstens etwa sechs Stunden bestanden hat.
Nur dann, wenn die Behandlung rasch genug eingeleitet wird,
sind etwa 70 % der in ein Coma mit tiefer Bewußtlosigkeit
geratenen Diabetiker zu retten.

Literatur: (3) (4)


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Und hier noch mein persönlicher Tipp für Sie, weil Sie meine Seite besucht haben:

Die wichtigsten Schüssel zur körperlichen Gesundheit sind:


Wenn Sie gesund werden und bleiben möchten, starten ein Programm zur Kostenübernahme im Krankheitsfall, und dann konzentrieren sie sich darauf, täglich etwas für Ihre Gesundheit zu tun.
 
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit, Glück, Wohlstand  und Erfolg.
Ihr Hugo R. Vogel

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