Bücherei
Regal 1
Das
griechische Wort "coma" bedeutet fester, tiefer
Schlaf.
Die
Bewußtlosigkeit ist ein entscheidendes
Zeichen
des diabetischen
Comas. Man nimmt heute an, daß die
Bewußtlosigkeit
im Coma
diabeticum durch einen erhöhten Natriumgehalt
des
Liquor
cerebrospinalis oder durch einen Wasserentzug aus
den
Gehirnzellen hervorgerufen wird.
Man
unterscheidet in der Medizin heute drei Formen
des
diabetischen Coma. Das eigentliche ketoazidotische
Coma
diabeticum, welches das Endstadium des
nichtbehandelten
Diabetes mellitus darstellt und zwei weitere
relativ
seltene
Formen, das bei unbehandelten Altersdiabetikern
vorkommende,
nichtazidotische Coma und das bei Biguanidtherapie
auftretende
laktazidotische Coma. Die klassiche und
häufigste
Form, das
ketoazidotische Coma ist, wie die beiden anderen
Formen,
letztlich auf einen absoluten oder relativen
Mangel an
Insulin
zurückzuführen.
Normalerweise
besteht im Körper ein dynamisches
Gleichgewicht
zwischen Fettaufbau und Fettabbau. Der Fettaufbau
ist
dabei
abhängig vom Vorhandensein des Insulins, der
Fettabbau
jedoch
nicht. Fehlt nun das Insulin oder ist es in zu
geringer
Menge
vorhanden, so wird der Eintritt der Glucose in die
Fettzelle
und damit die Bildung von Alpha-Gyzerinphosphat
verhindert.
dadurch kann die Fettzelle die Triglyzeridsynthese
nicht
in
ausreichendem Maße durchführen, denn
Alphaglyzerinphosphat
kann
die Fettzelle nicht selbst aufbauen. Da jetzt der
Fettaufbau
eingeschränkt ist, während jedoch der
Fettabbau
unvermindert
weiter stattfindet, wird das
Fließgleichgewicht
zu Gunsten des
Fettabbaues gestört. Aus den Fettzellen
gelangen
jetzt freie
Fettsäuren und Glyzerin in das Blut. Diese
werden
in der
"Chemiefabrick des Körpers", in der Leber, zu
Triglyzeriden
resynthetisiert zur Cholesterinsynthese verwendet
oder
in
Ketonkörper, Betahydroxybuttersäure,
Acetessigsäure
und Aceton
umgewandelt. Durch Anhäufung dieser
Ketonkörper
kommt es
schließlich zu einer Übersäuerung,
der
sogenannten Ketonämie
und durch den verminderten Eintritt der Glucose in
die
Zellen
kommt es schließlich zur Überzuckerung
des
Blutes, der
sogenannten Hyperglykämie.
Der
Körper versucht nun diese Stoffe auf
verschiedene
Weise aus
dem Körper zu eliminieren. Nachdem der
Blutzuckerwert
die Höhe
der Nierenschwelle von ca. 170 - 180 mg/dl
erreicht hat
ist die
Rückresorption der Glucose aus dem
Primärharn
im Tubulussystem
der Nieren nicht mehr vollständig und es
kommt zur
Ausscheidung
von Glucose im Harn. Bei schwerem Diabetes
können
täglich
mehrere Hundert Gramm Glucose ausgeschieden
werden, was
natürlich einen enormen Energieverlust
für
den Körper bedeutet.
Ketonkörper werden im Harn und über die
Atmung
ausgeschieden.
Es zeigt sich das klinische Bild der Kussmaulschen
Atmung
und
der Glucosurie. Hyperglykämie und
Ketonämie
des Blutes haben
eine osmotische Diurese zur Folge, welche sich
deshalb
schwerwiegend auswirkt, weil der Wasserverlust
durch
die Nieren
im Coma diabeticum nicht durch vermehrte
Flüssigkeitsaufnahme
ausgeglichen werden kann, denn die Patienten sind
apathisch
bzw. bewußtlos. Erbrechen, Durchfälle
und
Kussmaulsche Atmung
bewirken weitere Flüssigkeitsverluste. Es
kommt
zunächst zum
Wasserverlust auserhalb der Zellen, zu einer
sogenannten
extrazellulären Exsikose. Dadurch wird
natürlich
die
Hyperosmolarität des Blutes, hervorgerufen
durch
die hohen
Konzentrationen von Glucose und Ketonkörpern
im
Blut,
verstärkt. Infolge des osmotischen
Gefälles
tritt Wasser aus
den Zellen in den Extrazellulärraum über
hieraus
resultiert
natürlich ein intrazelluläre
Dehydratation.
M.a.W. der Körper
trocknet aus.
Durch die
Ketonkörperausscheidung durch die
Niere
wird vor
allem der Elektrolythaushalt des Körpers
beeinträchtigt,
da mit
den Ketonsäuren große Mengen von
Natrium und
Kalimusalzen dem
Körper verlorengehen. Der Tod im diabetischen
Coma
ist
letztendlich ein, durch die Übersäuerung
des
Blutes
hervorgerufener, Erstickungstod.


Für den
Diabetiker von heute ist es von
Wichtigkeit,
daß er die
ersten Erscheinungen einer beginnenden
Verschlechterung
der
Stoffwechsellage sofort erkennt, um dem
diabetischen
Coma
vorbeugende Maßnahmen entgegenzusetzen zu
können.
Man könnte
vereinfachend sagen, da es sich beim Coma
diabeticum
gewissermaßen um eine Vergiftung mit
körpereigenen
Stoffen
handelt, ähneln auch die Symptome den
Symptomen
einer
Vergiftung.
Der
Diabetiker von heute hat die Chance, diese
Zeichen
richtig
zu deuten und dem diabetischen Coma durch
entsprechende
Maßnahmen, z.B. durch den Gang zum Arzt,
vorzubeugen,
bevor man
ihn in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus
einliefern
muß.
Ist das Coma
mit tiefer Bewußtlosigkeit
eingetreten,
so hängt
die Überlebensschance eines komatösen
Patienten
vom
baldmöglichen Beginn einer intensiven
Behandlung
ab, die mit
der Verabfolgung von 50 IE Altinsulin
intravenös
möglichst noch
vor der Einweisung in die Klinik als therapeutische
Sofortmaßnahme erfolgen sollte, da es die
Überlebensschance
der
Betroffenen wesentlich erhöht.
Ich
möchte daraus die Forderung ableiten,
daß
auch
Familinemitglieder oder nahe Bekannte, die einen
Diabetiker
vielleicht in diesem Zustand antreffen, wissen,
daß
es auf
Minuten ankommen kann, in denen sie ein Leben
retten
können.
Die Dauer des Comas in tiefer
Bewußtlosigkeit bis
zum Tode
beträgt etwa 36 bis 43 Stunden. Eine Rettung
des
Lebens ist nur
dann noch möglich, wenn die völlige
Bewußtlosigkeit
nicht
länger als vier, höchstens etwa sechs
Stunden
bestanden hat.
Nur dann, wenn die Behandlung rasch genug
eingeleitet
wird,
sind etwa 70 % der in ein Coma mit tiefer
Bewußtlosigkeit
geratenen Diabetiker zu retten.
Literatur:
(3) (4)
Und
hier noch mein
persönlicher Tipp
für Sie, weil Sie meine
Seite besucht haben:
Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: