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DiabetikerSelbsthilfe-Report
Die Diabenso-Methode zum Erreichen einer optimalen Diabeteseinstellung.

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4.1 Allgemeine Richtlinien der Diabetesdiät

Vor allem für den übergewichtigen Altersdiabetiker ist es von
Bedeutung, sein Übergewicht zu reduzieren, da durch das
Übergewicht seiner Stoffwechwechselstörung Vorschub geleistet
wird. Die Insulinkonzentration im Serum übergewichtiger
Altersdiabetiker entspricht im Durchschnitt der
Insulinkonzentration im Serum normalgewichtiger, gesunder
Vergleichspersonen, sie liegt jedoch deutlich unter der
Insulinkonzentration im Serum übergewichtiger
Vergleichspersonen.

Der Diabetes kommt in diesem Fall dadurch zustande, daß sich
die Fettdepots des Körpers gewissermaßen wie "Insulinräuber "
auswirken. Da in diesen Fettdepots die Lipolyse unabhängig vom
Insulin in verstärktem Ausmaß abläuft, muß sie durch eine
erhöhte Lipogenese ausgeglichen werden. Diese ist jedoch
insulinabhängig, so daß sich der Insulinbedarf erhöht.

Durch eine Gewichtsreduktion kann sich in diesem Fall die
Stoffwechsellage wieder völlig normalisieren oder aber
zumindest eine deutliche Besserung der Stoffwechsellage
auftreten. Diese drückt sich darin aus, daß z.B. von einer
Insulintherapie auf eine Therapie mit oralen Antidiabetica
übergegangen werden kann, oder bei einer Behandlung mit oralen
Antidiabetica auf eine alleinige Diätbehandlung übergegangen
werden kann.

Der übergewichtige Altersdiabetiker hat somit die Chance, durch
sofortige, drastische Gewichtsreduktion von der täglichen
Insulinspritze bzw. Tablette loszukommen. Dies zeigt die
Bedeutung der Reduktionskost bei Alterdiabetes. Der juvenile
Diabetiker, bei dem sich der Diabetes häufig bei bereits
bestehendem Untergewicht manifestiert, hat diese Chance nicht.
Er wird sich deshalb sagen, daß es auf ein paar IE Insulin mehr
täglich nicht ankommt. Trotzdem sollte auch er auf die
Beibehaltung seines Gewichtes achten, da höhere Insulindosen
stets die Risiken hypoglykämischer Reaktionen erhöhen.

Die Reduktionsdiät ist jedoch nur ein Teil der eigentlichen
Diabetesdiät, mit welcher versucht wird, "normale"
Stoffwechselverhältnisse zu erreichen. Diese "normalen"
Verhältnisse liegen dann vor, wenn der Blutzuckerspiegel um 100
mg/dl Glucose schwankt. Dazu paßt der Körper des Gesunden die
Insulinausschüttung der Kohlenhydratzufuhr an. Der Diabetiker,
der z.B. nur einmal täglich ein 12 Stunden wirkendes
Depotinsulin spritzt, muß den umgekehrten Weg einschlagen. Er
muß die Kohlenhydratzufuhr der am Morgen injizierten
Insulinmenge anpassen. Da das eingespritzte Insulin mehr oder
weniger gleichmäßig wirkt, ergibt sich daraus die Forderung
nach einer mehr oder weniger gleichmäßigen Kohlenhydratzufuhr.
dieser Forderung kann man durch ca. 6 -7 kleine, über den Tag
verteilte Mahlzeiten, im Gegensatz zu den üblichen 3
Hauptmahlzeiten, nachkommen.

Diese Art der Insulintherapie nennt man konventionelle
Diabetestherapie. Das Grundprinzip der konventionellen
Diabetestherapie ist der möglichst perfekte Versuch die
Nahrungsaufnahme dem Wirkungsverlauf des Insulins anzupassen.

Nimmt der Gesunde rasch resorbierbare Kohlenhydrate auf, so
wird der Blutzuckeranstieg durch sofortige Insulinausschüttung
kompensiert, ja sogar überkompensiert. Beim Diabetiker, dessen
eingespritztes Insulin mehr oder weniger gleichmäßig wirkt,
würde die Aufnahme rasch resorbierbarer Kohlenhydrate, wie z.B.
traubenzuckerhaltige Bonbons, zu einem sofortigen, starken
Anstieg des Blutzuckers führen, während bei langsam
resorbierbaren Kohlenhydraten der Anstieg nicht so abrupt und
die Blutzuckerwerte nicht so hoch sind. Daraus ergibt sich die
Forderung, daß der Diabetiker keine Glucose in reiner Form bzw.
stark glucosehaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen sollte.
Statt dessen sollte er seinen Kohlenhydratbedarf mit langsam
resorbierbaren Kohenhydraten z.B. Stärke decken.

Generell läßt sich sagen, da die Kohlenhydratverwertung
insulinabhängig ist, sollte die Kohlenhydratzufuhr beim
Diabetiker eingeschränkt werden, um den Insulinbedarf
herabzusetzen. Denn höhere Insulindosen erhöhen die Gefahr
hypoglykämischer Reaktionen.

Daraus wird ersichtlich, daß sich, um bezogen auf den
Energiegehalt gleichwertige Nahrung zu erhalten, der Gehalt an
Fett und Eiweiß erhöhen muß. Aus der Tatsache, daß der
Fettaufbau insulinabhängig verläuft und sich bei erhöhter
Fettzufuhr der Anteil von freien Fettsäuren im Blut erhöht, ist
ersichtlich, daß zum vermehrten Fettaufbau eine größere
Insulindosis notwendig würde, um die Fettsäuren im Blut "zum
Verschwinden" zu bringen. Da jedoch, aus oben genanntem Grunde,
die Insulinzufuhr beim Diabetiker möglichst niedrig gehalten
werden soll, wird daraus die Forderung abgeleitet, auch die
Fettzufuhr einzuschränken. Damit ist jedoch zwingend eine
Einschränkung der Eiweißzufuhr verbunden, da in den meisten
Fett bzw. Eiweiß enthaltenden Nahrungsmitteln diese beiden
Grundnährstoffe gekoppelt vorliegen.

Manche Autoren sind deshalb einfach der Meinung, daß der
Diabetiker überhaupt wenig esse sollte, wobei man wieder bei
der Eingangs erwähnten Reduktionskost angelangt wäre. Für den
übergewichtigen Altersdiabetiker ist dieser Vorschlag sicher
sinnvoll. Für den juvenilen Diabetiker, dessen Krankheit sich
vielleicht schon bei einem vorhandenen Untergewicht
manifestierte, ist er jedoch nicht akzeptabel. Die Nahrung muß
eine größere Menge Kohlenhydrate und Fett enthalten, was
erhöhte exogene Insulinzufuhr und somit das klinische Bild des
durch starke Stoffwechselschwankungen gekennzeichneten
"Brittle-Diabetes" zur Folge hat.

Daher gewinnt vor allem für den jugendlichen Diabetiker die
Forderung von Bedeutung möglichst solche Nahrungsmittel zu sich
zu nehmen, die einen großen Eiweißanteil aufweisen.

Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt eine Tabelle der
Nährwerte (12) der einzelnen Nahrungsmittel, so wird der
Vergleich dadurch erschwert, daß in den meisten derartigen
Tabellen der Fett - und Eiweißgehalt in g je 100 g
Nahrungsmittel angegeben wird. So wird z.B. angegeben: 100 g
Schweinefleisch (mittelfett) enthalten 16 g Eiweiß und 29 g
Fett.

Zum besseren Vergleich habe ich deshalb im Folgenden diese
Werte derart umgerechnet, daß der relative Fettanteil, d.h.
diejenige Fettmenge, die man zu sich nimmt, wenn man 1 g Eiweiß
zu sich nimmt, direkt sichtbar wird.

Danach ergibt sich für Schweinefleich ein relativer Fattanteil
von 1,10 d.h. mit jedem Gramm Eiweiß nimmt man 1,19 g Fett auf.
Rindfleich liegt mit einem relativen Fettanteil von 0,5
günstiger, d.h. man nimmt hier also mit jedem g Eiweiß nur 0,5g
Fett auf. Erstaunt war ich zunächst über die Tatsache, daß
Pferdefleisch nach dieser Rechnung mit einem Wert von 0,11
sogar noch besser abschneidet als Kalbfleisch (mager) mit einem
Wert von 0.14
Dies beweist, daß das Teuerste, auch für den Diabetiker, nicht
immer das Beste zu sein braucht. Welche Konsequenzen der
Diabetiker daraus zieht, wird wohl dem einzelnen überlassen
bleiben, denn es ist sicher nicht jedermanns Sache, wegen
dieser Kenntnis auf Pferdefleisch umzusteigen.

Dies ist wohl auch nicht unbedingt notwendig, denn auch das
Fleisch der Bachforelle hat genau wie Pferdefleisch einen
relativen Fettanteil von 0,11. Man sollte jedoch nicht
übersehen, daß das Fleisch des preiswerteren Dorsch (Kabeljau)
mit einem relativen Fettanteil von 0,03 um eine Zehnerpotenz
besser abschneidet.

Wie so oft kann auch in diesem Fall eine einfache Rechnung vor
unsinnigen Ausgaben, in diesem Fall "Gesundheitsausgaben"
schützen. Diese einfache Rechnung sollte unbedingt von einem
preisbewußten Diabetiker, wie von jedem preisbewußten
Verbraucher durchgeführt werden, da die, wie ich sie nennen
will "Gesundheitswerbung" manchmal die schönsten"Blüten treibt.

Der Diabetiker berechnet seine Kohlenhydratzufuhr in
sogenannten Broteinheiten. Diese wurden früher
Weißbroteinheiten genannt. Da der Diabetiker jedoch wegen der
darin enthaltenen schwerer verdaulichen und somit langsamer
resorbierbaren Kohlenhyydrate möglichst Schwarzbrot bzw.
Vollkornbrot zu sich nehmen sollte, nennt man sie heute nur
noch Broteinheiten oder kurz BE. 1 BE entspricht 12g
Kohlenhydrate.

Anmerkung:
Von manchen Autoren wird als Broteinheit auch eine Einheit mit
10 g Kohlenhydraten verwendet. Wenn im weiteren hier von
Broteinheiten gesprochen wird so ist die 12g Kohlenhydrat
Broteinheit gemeint.

Da Schwarzbrot im allgemeinen billiger ist als Weißbrot
entstehen dem Diabetiker daraus keine finanziellen Nachteile.
Diese entstehen nur dann, wenn er anstelle von normalem
Schwarzmehl, wie es in jeder Brotfabrick verwendet wird ein
"Diabetikermehl" kauft, das zu den schönsten "Blüten der
Gesundheitswerbung" gehört, die ich je erlebt habe.

Auf keinen Fall sollte der Diabetiker jedoch vergessen, daß 12g
Kohlenhydrate eben 12 g Kohlenhydrate sind, auch wenn man dem
Kind einen anderen Namen gibt. Dies ist vor allem deshalb von
Bedeutung, da von manchen Autoren anstelle der Broteinheiten
"Brotwerte", "Milchwerte", "Gemüsewerte" oder"Kartoffelwerte"
eingeführt werden.

Literatur: (9) (10) (11) (12)


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