Bücherei
Regal 1
Vor allem für den
übergewichtigen
Altersdiabetiker
ist es von
Bedeutung, sein Übergewicht zu reduzieren, da
durch
das
Übergewicht seiner
Stoffwechwechselstörung
Vorschub geleistet
wird. Die Insulinkonzentration im Serum
übergewichtiger
Altersdiabetiker entspricht im Durchschnitt der
Insulinkonzentration im Serum normalgewichtiger,
gesunder
Vergleichspersonen, sie liegt jedoch deutlich
unter der
Insulinkonzentration im Serum übergewichtiger
Vergleichspersonen.
Der Diabetes kommt in diesem Fall dadurch
zustande,
daß
sich
die Fettdepots des Körpers
gewissermaßen wie
"Insulinräuber "
auswirken. Da in diesen Fettdepots die Lipolyse
unabhängig
vom
Insulin in verstärktem Ausmaß
abläuft,
muß sie durch eine
erhöhte Lipogenese ausgeglichen werden. Diese
ist
jedoch
insulinabhängig, so daß sich der
Insulinbedarf
erhöht.
Durch eine Gewichtsreduktion kann sich in
diesem
Fall
die
Stoffwechsellage wieder völlig normalisieren
oder
aber
zumindest eine deutliche Besserung der
Stoffwechsellage
auftreten. Diese drückt sich darin aus,
daß
z.B. von einer
Insulintherapie auf eine Therapie mit oralen
Antidiabetica
übergegangen werden kann, oder bei einer
Behandlung
mit oralen
Antidiabetica auf eine alleinige
Diätbehandlung
übergegangen
werden kann.
Der übergewichtige Altersdiabetiker
hat somit
die
Chance, durch
sofortige, drastische Gewichtsreduktion von der
täglichen
Insulinspritze bzw. Tablette loszukommen. Dies
zeigt
die
Bedeutung der Reduktionskost bei Alterdiabetes.
Der
juvenile
Diabetiker, bei dem sich der Diabetes häufig
bei
bereits
bestehendem Untergewicht manifestiert, hat diese
Chance
nicht.
Er wird sich deshalb sagen, daß es auf ein
paar
IE Insulin mehr
täglich nicht ankommt. Trotzdem sollte auch
er auf
die
Beibehaltung seines Gewichtes achten, da
höhere
Insulindosen
stets die Risiken hypoglykämischer Reaktionen
erhöhen.
Die Reduktionsdiät ist jedoch nur ein
Teil der
eigentlichen
Diabetesdiät, mit welcher versucht wird,
"normale"
Stoffwechselverhältnisse zu erreichen. Diese
"normalen"
Verhältnisse liegen dann vor, wenn der
Blutzuckerspiegel
um 100
mg/dl Glucose schwankt. Dazu paßt der
Körper
des Gesunden die
Insulinausschüttung der Kohlenhydratzufuhr
an. Der
Diabetiker,
der z.B. nur einmal täglich ein 12 Stunden
wirkendes
Depotinsulin spritzt, muß den umgekehrten
Weg
einschlagen.
Er
muß die Kohlenhydratzufuhr der am Morgen
injizierten
Insulinmenge anpassen. Da das eingespritzte
Insulin
mehr
oder
weniger gleichmäßig wirkt, ergibt sich
daraus
die Forderung
nach einer mehr oder weniger
gleichmäßigen
Kohlenhydratzufuhr.
dieser Forderung kann man durch ca. 6 -7 kleine,
über
den Tag
verteilte Mahlzeiten, im Gegensatz zu den
üblichen
3
Hauptmahlzeiten, nachkommen.
Diese Art der Insulintherapie nennt man
konventionelle
Diabetestherapie. Das Grundprinzip der
konventionellen
Diabetestherapie ist der möglichst perfekte
Versuch
die
Nahrungsaufnahme dem Wirkungsverlauf des Insulins
anzupassen.
Nimmt der Gesunde rasch resorbierbare
Kohlenhydrate
auf,
so
wird der Blutzuckeranstieg durch sofortige
Insulinausschüttung
kompensiert, ja sogar überkompensiert. Beim
Diabetiker,
dessen
eingespritztes Insulin mehr oder weniger
gleichmäßig
wirkt,
würde die Aufnahme rasch resorbierbarer
Kohlenhydrate,
wie z.B.
traubenzuckerhaltige Bonbons, zu einem sofortigen,
starken
Anstieg des Blutzuckers führen, während
bei
langsam
resorbierbaren Kohlenhydraten der Anstieg nicht so
abrupt
und
die Blutzuckerwerte nicht so hoch sind. Daraus
ergibt
sich die
Forderung, daß der Diabetiker keine Glucose
in
reiner Form bzw.
stark glucosehaltige Nahrungsmittel zu sich nehmen
sollte.
Statt dessen sollte er seinen Kohlenhydratbedarf
mit
langsam
resorbierbaren Kohenhydraten z.B. Stärke
decken.
Generell läßt sich sagen, da
die
Kohlenhydratverwertung
insulinabhängig ist, sollte die
Kohlenhydratzufuhr
beim
Diabetiker eingeschränkt werden, um den
Insulinbedarf
herabzusetzen. Denn höhere Insulindosen
erhöhen
die Gefahr
hypoglykämischer Reaktionen.
Daraus wird ersichtlich, daß sich,
um bezogen
auf
den
Energiegehalt gleichwertige Nahrung zu erhalten,
der
Gehalt an
Fett und Eiweiß erhöhen muß. Aus
der
Tatsache, daß der
Fettaufbau insulinabhängig verläuft und
sich
bei erhöhter
Fettzufuhr der Anteil von freien Fettsäuren
im
Blut
erhöht, ist
ersichtlich, daß zum vermehrten Fettaufbau
eine
größere
Insulindosis notwendig würde, um die
Fettsäuren
im Blut "zum
Verschwinden" zu bringen. Da jedoch, aus oben
genanntem
Grunde,
die Insulinzufuhr beim Diabetiker möglichst
niedrig
gehalten
werden soll, wird daraus die Forderung abgeleitet,
auch
die
Fettzufuhr einzuschränken. Damit ist jedoch
zwingend
eine
Einschränkung der Eiweißzufuhr
verbunden,
da in den meisten
Fett bzw. Eiweiß enthaltenden
Nahrungsmitteln
diese
beiden
Grundnährstoffe gekoppelt vorliegen.
Manche Autoren sind deshalb einfach der
Meinung,
daß
der
Diabetiker überhaupt wenig esse sollte, wobei
man
wieder bei
der Eingangs erwähnten Reduktionskost
angelangt
wäre. Für den
übergewichtigen Altersdiabetiker ist dieser
Vorschlag
sicher
sinnvoll. Für den juvenilen Diabetiker,
dessen
Krankheit
sich
vielleicht schon bei einem vorhandenen Untergewicht
manifestierte, ist er jedoch nicht akzeptabel. Die
Nahrung
muß
eine größere Menge Kohlenhydrate und
Fett
enthalten, was
erhöhte exogene Insulinzufuhr und somit das
klinische
Bild des
durch starke Stoffwechselschwankungen
gekennzeichneten
"Brittle-Diabetes" zur Folge hat.
Daher gewinnt vor allem für den
jugendlichen
Diabetiker
die
Forderung von Bedeutung möglichst solche
Nahrungsmittel
zu sich
zu nehmen, die einen großen
Eiweißanteil
aufweisen.
Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt
eine
Tabelle
der
Nährwerte (12) der einzelnen Nahrungsmittel,
so
wird der
Vergleich dadurch erschwert, daß in den
meisten
derartigen
Tabellen der Fett - und Eiweißgehalt in g je
100
g
Nahrungsmittel angegeben wird. So wird z.B.
angegeben:
100 g
Schweinefleisch (mittelfett) enthalten 16 g
Eiweiß
und 29 g
Fett.
Zum besseren Vergleich habe ich deshalb im
Folgenden
diese
Werte derart umgerechnet, daß der relative
Fettanteil,
d.h.
diejenige Fettmenge, die man zu sich nimmt, wenn
man
1 g Eiweiß
zu sich nimmt, direkt sichtbar wird.
Danach ergibt sich für Schweinefleich
ein
relativer
Fattanteil
von 1,10 d.h. mit jedem Gramm Eiweiß nimmt
man
1,19 g Fett auf.
Rindfleich liegt mit einem relativen Fettanteil
von 0,5
günstiger, d.h. man nimmt hier also mit jedem
g
Eiweiß nur 0,5g
Fett auf. Erstaunt war ich zunächst über
die
Tatsache, daß
Pferdefleisch nach dieser Rechnung mit einem Wert
von
0,11
sogar noch besser abschneidet als Kalbfleisch
(mager)
mit einem
Wert von 0.14
Dies beweist, daß das Teuerste, auch
für den
Diabetiker, nicht
immer das Beste zu sein braucht. Welche
Konsequenzen
der
Diabetiker daraus zieht, wird wohl dem einzelnen
überlassen
bleiben, denn es ist sicher nicht jedermanns
Sache,
wegen
dieser Kenntnis auf Pferdefleisch umzusteigen.
Dies ist wohl auch nicht unbedingt
notwendig, denn
auch
das
Fleisch der Bachforelle hat genau wie
Pferdefleisch
einen
relativen Fettanteil von 0,11. Man sollte jedoch
nicht
übersehen, daß das Fleisch des
preiswerteren
Dorsch (Kabeljau)
mit einem relativen Fettanteil von 0,03 um eine
Zehnerpotenz
besser abschneidet.
Wie so oft kann auch in diesem Fall eine
einfache
Rechnung
vor
unsinnigen Ausgaben, in diesem Fall
"Gesundheitsausgaben"
schützen. Diese einfache Rechnung sollte
unbedingt
von einem
preisbewußten Diabetiker, wie von jedem
preisbewußten
Verbraucher durchgeführt werden, da die, wie
ich
sie nennen
will "Gesundheitswerbung" manchmal die
schönsten"Blüten
treibt.
Der Diabetiker berechnet seine
Kohlenhydratzufuhr in
sogenannten Broteinheiten. Diese wurden früher
Weißbroteinheiten genannt. Da der Diabetiker
jedoch
wegen der
darin enthaltenen schwerer verdaulichen und somit
langsamer
resorbierbaren Kohlenhyydrate möglichst
Schwarzbrot
bzw.
Vollkornbrot zu sich nehmen sollte, nennt man sie
heute
nur
noch Broteinheiten oder kurz BE. 1 BE entspricht
12g
Kohlenhydrate.
Anmerkung:
Von manchen Autoren wird als Broteinheit auch eine
Einheit
mit
10 g Kohlenhydraten verwendet. Wenn im weiteren
hier
von
Broteinheiten gesprochen wird so ist die 12g
Kohlenhydrat
Broteinheit gemeint.
Da Schwarzbrot im allgemeinen billiger ist
als
Weißbrot
entstehen dem Diabetiker daraus keine finanziellen
Nachteile.
Diese entstehen nur dann, wenn er anstelle von
normalem
Schwarzmehl, wie es in jeder Brotfabrick verwendet
wird
ein
"Diabetikermehl" kauft, das zu den schönsten
"Blüten
der
Gesundheitswerbung" gehört, die ich je erlebt
habe.
Auf keinen Fall sollte der Diabetiker
jedoch
vergessen,
daß 12g
Kohlenhydrate eben 12 g Kohlenhydrate sind, auch
wenn
man dem
Kind einen anderen Namen gibt. Dies ist vor allem
deshalb
von
Bedeutung, da von manchen Autoren anstelle der
Broteinheiten
"Brotwerte", "Milchwerte", "Gemüsewerte"
oder"Kartoffelwerte"
eingeführt werden.
Literatur: (9) (10) (11) (12)
Und
hier noch mein
persönlicher Tipp
für Sie, weil Sie meine
Seite besucht haben:
Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: