Bücherei
Regal 1
Zunächst läßt sich sagen,
daß
bei
alkoholischen Getränken
unbedingt der Zuckergehalt zu beachten ist.
Süßweine
und Liköre
sind stark zuckerhaltig und verbieten sich aus
diesem
Grund für
den Diabetiker von selbst. Bier muß als
Kohlenhydratträger
in
die Kohlenhydratberechnung aufgenommen werden.
Dabei
entspricht
1/3 Liter Bier durchschnittlich 1 Broteinheit.
Gewöhnliche
Weiß- und Rotweine und auch künstlich
nicht
gezuckerte
Obstweine enthalten nur geringe Zuckermengen. Wird
jedoch
vor
der Gärung, wie dies z.B. beim
Johannisbeerwein
geschieht,
Zucker zugesetzt, so eignet er sich nicht mehr zum
Genuß
durch
einen Diabetiker. Gewöhnlicher Sekt ist sehr
kohlenhydratreich.
200 cbm Sekt entsprechen fast 1 BE. Selbst der
sogenannte
"extra dry" Sekt ist sehr kohlenhydratreich. 200
ml Sekt
entsprechen fast 1 BE. Selbst der sogenannte
"extra
dry"
Sekt
enthält zwar weniger Kohlenhydrate, ist
jedoch
nicht
zuckerfrei. Zuckerfrei sind jedoch die
Branntweinarten
Rum,
Kognak, Arrak, Whisky, Gin aber auch
gewöhnlicher
Kartoffelschnaps.
Soviel sei zunächst zum Zuckergehalt
der
einzelnen
alkoholischen Getränke gesagt, um die stark
zuckerhaltigen
Getränke wie z.B. Liköre, die sich aus
diesem
Grund für den
Diabetiker nicht eignen, von den zuckerfreien, die
sich
aus
diesem Grund für den Diabetiker eignen, zu
trennen.
Ich möchte an dieser Stelle noch
anfügen,
daß
heute sogenannte
Diabetikerbiere, Diabetikersekt und Diabetikerwein
im
Handel
sind. Bei diesen Getränken ist der
Zuckeranteil
erniedrigt und
der Alkoholanteil meist erhöht.
Bier 5 - 8 Vol%
Most, Obstwein 4 - 7 Vol%
Wein 7 - 14 Vol%
Süßwein 16 - 30 Vol% für Diabetiker
ungeeignet
Bitter, Liköre 20 - 50 Vol% für
Diabetiker
ungeeigent
Branntwein 40 - 77 Vol%
Aus dieser Tabelle wird deutlich,
daß auch
unter
den
gewöhnlichen alkoholischen Gertränken
diejenigen
zu den für den
Diabetiker erlaubten gehören, die sich durch
relativ
hohen
Alkoholgehalt auszeichnen.
Wie wirkt sich nun aber dieser Alkohol beim Diabetiker aus?
Chemisch gesehen handelt es sich bei dem
in
alkoholischen
Getränken enthaltenen Alkohol um
Äthylalkohol
bzw. Äthanol CH3
CH2 OH
Der Äthylalkohol wird zunächst
in der
Leber
zu Acetaldehyd
oxidiert. Diese Reaktion kann entweder die Alkohol-
Dehydrogenase der Leber katalysieren. Dabei
handelt es
sich um
eine reversible Reaktion. Oder aber auch eine vom
Vorhandensein
von H2O2 abhängige Peroxidase, was zu einer
irreversiblen
Reaktion führt. Die weitere Oxydation zum
Acetat
kann durch
eine Aldehyd-Dehydrogenase oder durch eine
Aldehyd-Oxidase
katalysiert werden. Die Geschwindigkeit mit der
der dem
Organismus zugeführte Äthylalkohol
abgebaut
wird, wird durch
die Geschwindigkeit der
Alkohol-Dehydrogenasereaktion
bestimmt.
Das bei dieser Entgiftungsreaktion anfallende
Acetat
wird über
verschiedene Zwischenstufen schließlich in
Acetyl-Coenzym-A
übergeführt, wodurch es an geeigneter
Stelle
wieder in den
Stoffwechsel eingeschleust werden kann. Den
Reaktionsverlauf
dieser Entgiftungsreaktion verdeutlicht folgendes
Schema
nach
(4) verändert.

Wie aus den Pfeilen ersichtlich,
verläuft die
Reaktion
auf der
linken Seite des Schemas reversibel, die auf der
rechten
Seite
irreversibel. Das erstere Reaktionssystem spielt
die
Hauptrolle
beim Äthanolabbau, während die H2O2
abhängige
Peroxidasereaktion beim Äthanolabbau eine nur
unbedeutende
Rolle spielt. Sie gewinnt jedoch bei der Methanol-
Entgiftungsreaktion an Bedeutung.
Es ist einleuchtend, daß diese
Entgiftungsreaktion
sowohl beim
Gesunden als auch beim Diabetiker in gleicher
Weise eine
Belastung für die Leber darstellt.
Bei einem länger andauernden
Alkoholmißbrauch
kommt es
schließlich zur sogenannten Leberverfettung,
wodurch
die Leber
an Größe zunimmt. Die Funktionen der
Leberzellen
werden dabei
zunächst nicht beeinträchtigt, so
daß
die Erkennung der
Frühstadien einer Fettleber oft erschwert ist.
Die Erkenntnis, daß
Alkoholmißbrauch die
Ausbildung
einer
Fettleber fördert, ist für den
Diabetiker vor
allem deshalb von
Bedeutung, da seine Leber infolge der diabetischen
Stoffwechsellage, bei der häufiger als beim
Gesunden
Cetonkörper und freie Fettsäuren
auftreten
können, besonders
zur Ausbildung einer Fettleber neigt. Bei 20 - 60
%
aller
Diabetiker konnte eine Fettleber oder zumindest
eine
Leberverfettung nachgewiesen werden. (3) S. 161 f.
Meistens kommt eine diabetische
Leberverfettung bei
übergewichtigen Altersdiabetikern vor. Nur
ausnahmsweise
einmal
bei einem jugendlichen Insulinmangeldiabetes. Es
kann
in
zahlreichen Fällen durch Verringerung des
Übergewichts
bzw.
Alkoholabstinenz eine restitutio ad integrum d.h.
ein
Gesundwerden i.e.S. erreicht werden.
Als direkte Wirkung des Alkohols muß
weiterhin
seine
blutzuckersenkende Wirkung bei bestehender
diabetischer
Stoffwechsellage angesehen werden. Diese tritt
nach (7)
ca. 6
Stunden nach Alkoholzufuhr auf und kann danach
noch
mehrere
Stunden nachgewiesen werden.
Früher wurde Alkohol in Form von
herbem Rotwein
und
Branntwein
sogar in der Diabetesdiät an sogenannten
Schalttagen
eingesetzt, da Alkohol eine Energiequelle für
den
Körper
darstellt, die unabhängig vom Insulin
verwertet
werden kann. Es
muß jedoch darauf hingewiesen werden,
daß
diese
Behandlungsmethode heute als überholt
anzusehen
ist.
Literatur: (3) (4) (7)
Christen Einführung in die Chemie
Otto Salle Verlag, Frankfurt a.M.,
Hamburg (1969)
Katsch Möhnike Aceton bis Zucker VEB
Georg Thieme Leipzig GTL 1970 S. 14-15
Prof. Dr. Dr. hc. G. Katsch
Prof. Dr. G. Möhnike
Und
hier noch mein
persönlicher Tipp
für Sie, weil Sie meine
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Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: