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Die Chance, auch mit Diabetes lebenstüchtig zu sein.

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4.5.1 Alkohol

Zunächst läßt sich sagen, daß bei alkoholischen Getränken
unbedingt der Zuckergehalt zu beachten ist. Süßweine und Liköre
sind stark zuckerhaltig und verbieten sich aus diesem Grund für
den Diabetiker von selbst. Bier muß als Kohlenhydratträger in
die Kohlenhydratberechnung aufgenommen werden. Dabei entspricht
1/3 Liter Bier durchschnittlich 1 Broteinheit. Gewöhnliche
Weiß- und Rotweine und auch künstlich nicht gezuckerte
Obstweine enthalten nur geringe Zuckermengen. Wird jedoch vor
der Gärung, wie dies z.B. beim Johannisbeerwein geschieht,
Zucker zugesetzt, so eignet er sich nicht mehr zum Genuß durch
einen Diabetiker. Gewöhnlicher Sekt ist sehr kohlenhydratreich.
200 cbm Sekt entsprechen fast 1 BE. Selbst der sogenannte
"extra dry" Sekt ist sehr kohlenhydratreich. 200 ml Sekt
entsprechen fast 1 BE. Selbst der sogenannte "extra dry" Sekt
enthält zwar weniger Kohlenhydrate, ist jedoch nicht
zuckerfrei. Zuckerfrei sind jedoch die Branntweinarten Rum,
Kognak, Arrak, Whisky, Gin aber auch gewöhnlicher
Kartoffelschnaps.

Soviel sei zunächst zum Zuckergehalt der einzelnen
alkoholischen Getränke gesagt, um die stark zuckerhaltigen
Getränke wie z.B. Liköre, die sich aus diesem Grund für den
Diabetiker nicht eignen, von den zuckerfreien, die sich aus
diesem Grund für den Diabetiker eignen, zu trennen.

Ich möchte an dieser Stelle noch anfügen, daß heute sogenannte
Diabetikerbiere, Diabetikersekt und Diabetikerwein im Handel
sind. Bei diesen Getränken ist der Zuckeranteil erniedrigt und
der Alkoholanteil meist erhöht.

Bier 5 - 8 Vol%
Most, Obstwein 4 - 7 Vol%
Wein 7 - 14 Vol%
Süßwein 16 - 30 Vol% für Diabetiker
ungeeignet
Bitter, Liköre 20 - 50 Vol% für Diabetiker
ungeeigent
Branntwein 40 - 77 Vol%

Aus dieser Tabelle wird deutlich, daß auch unter den
gewöhnlichen alkoholischen Gertränken diejenigen zu den für den
Diabetiker erlaubten gehören, die sich durch relativ hohen
Alkoholgehalt auszeichnen.

Wie wirkt sich nun aber dieser Alkohol beim Diabetiker aus?

Chemisch gesehen handelt es sich bei dem in alkoholischen
Getränken enthaltenen Alkohol um Äthylalkohol bzw. Äthanol CH3
CH2 OH

Der Äthylalkohol wird zunächst in der Leber zu Acetaldehyd
oxidiert. Diese Reaktion kann entweder die Alkohol-
Dehydrogenase der Leber katalysieren. Dabei handelt es sich um
eine reversible Reaktion. Oder aber auch eine vom Vorhandensein
von H2O2 abhängige Peroxidase, was zu einer irreversiblen
Reaktion führt. Die weitere Oxydation zum Acetat kann durch
eine Aldehyd-Dehydrogenase oder durch eine Aldehyd-Oxidase
katalysiert werden. Die Geschwindigkeit mit der der dem
Organismus zugeführte Äthylalkohol abgebaut wird, wird durch
die Geschwindigkeit der Alkohol-Dehydrogenasereaktion bestimmt.
Das bei dieser Entgiftungsreaktion anfallende Acetat wird über
verschiedene Zwischenstufen schließlich in Acetyl-Coenzym-A
übergeführt, wodurch es an geeigneter Stelle wieder in den
Stoffwechsel eingeschleust werden kann. Den Reaktionsverlauf
dieser Entgiftungsreaktion verdeutlicht folgendes Schema nach
(4) verändert.



Wie aus den Pfeilen ersichtlich, verläuft die Reaktion auf der
linken Seite des Schemas reversibel, die auf der rechten Seite
irreversibel. Das erstere Reaktionssystem spielt die Hauptrolle
beim Äthanolabbau, während die H2O2 abhängige
Peroxidasereaktion beim Äthanolabbau eine nur unbedeutende
Rolle spielt. Sie gewinnt jedoch bei der Methanol-
Entgiftungsreaktion an Bedeutung.

Es ist einleuchtend, daß diese Entgiftungsreaktion sowohl beim
Gesunden als auch beim Diabetiker in gleicher Weise eine
Belastung für die Leber darstellt.
Bei einem länger andauernden Alkoholmißbrauch kommt es
schließlich zur sogenannten Leberverfettung, wodurch die Leber
an Größe zunimmt. Die Funktionen der Leberzellen werden dabei
zunächst nicht beeinträchtigt, so daß die Erkennung der
Frühstadien einer Fettleber oft erschwert ist.

Die Erkenntnis, daß Alkoholmißbrauch die Ausbildung einer
Fettleber fördert, ist für den Diabetiker vor allem deshalb von
Bedeutung, da seine Leber infolge der diabetischen
Stoffwechsellage, bei der häufiger als beim Gesunden
Cetonkörper und freie Fettsäuren auftreten können, besonders
zur Ausbildung einer Fettleber neigt. Bei 20 - 60 % aller
Diabetiker konnte eine Fettleber oder zumindest eine
Leberverfettung nachgewiesen werden. (3) S. 161 f.

Meistens kommt eine diabetische Leberverfettung bei
übergewichtigen Altersdiabetikern vor. Nur ausnahmsweise einmal
bei einem jugendlichen Insulinmangeldiabetes. Es kann in
zahlreichen Fällen durch Verringerung des Übergewichts bzw.
Alkoholabstinenz eine restitutio ad integrum d.h. ein
Gesundwerden i.e.S. erreicht werden.

Als direkte Wirkung des Alkohols muß weiterhin seine
blutzuckersenkende Wirkung bei bestehender diabetischer
Stoffwechsellage angesehen werden. Diese tritt nach (7) ca. 6
Stunden nach Alkoholzufuhr auf und kann danach noch mehrere
Stunden nachgewiesen werden.

Früher wurde Alkohol in Form von herbem Rotwein und Branntwein
sogar in der Diabetesdiät an sogenannten Schalttagen
eingesetzt, da Alkohol eine Energiequelle für den Körper
darstellt, die unabhängig vom Insulin verwertet werden kann. Es
muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß diese
Behandlungsmethode heute als überholt anzusehen ist.

Literatur: (3) (4) (7)

Christen Einführung in die Chemie
Otto Salle Verlag, Frankfurt a.M.,
Hamburg (1969)

Katsch Möhnike Aceton bis Zucker VEB
Georg Thieme Leipzig GTL 1970 S. 14-15
Prof. Dr. Dr. hc. G. Katsch
Prof. Dr. G. Möhnike


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Die wichtigsten Schüssel zur körperlichen Gesundheit sind:


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Ihr Hugo R. Vogel

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