Bücherei
Regal 1
Nicotin ist so giftig, daß es als
"Schädlingsbekämpfungsmittel", verwendet
werden
kann. Als
sogenanntes "Rohnicotin" wird es im Gartenbau und
in
der
Landwirtschaft mit Erfolg eingesetzt. Chemisch
gesehen
ist
Nicotin; C10H14N2, ein Pyridyl-N-Methylpyrrolidin.
Es
ist eines
der stärksten bekannten Pflanzengifte. Im
allgemeinen
ist es
weder für den Gesunden noch für den
Diabetiker
gesundheitsfördernd ein
Schädlingsbekämpfungsmittel
zu sich zu
nehmen. Auch Nicotin macht hier keine Ausnahme. 60
mg
Nicotin
sind für den Menschen tödlich.
Die Bestrebungen, gegen dieses Gift immun
zu werden,
sind
in
aller Welt groß und werden mit großem
Aufwand
vorangetrieben.
Ein Gewohnheitsraucher, der dieses
Schädlingsbekämpfungsmittel
unter Zuhilfenahme der meines Erachtens etwas
umständlichen
Methode des Rauchens zu sich nimmt kann bis zu 20
mg
Nicotin in
der Stunde vertragen. Bei Nichtgewöhnung
können
schon wenige mg
Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Diese
äußern
sich in
Herzklopfen, Übelkeit, Durchfall, Zittern,
Schwindel,
Schweißausbruch, Blutdrucksteigerung mit
nachfolgender
Blutdrucksenkung und schließlich Tod durch
Versagen
des
Herzens. Soviel sei zu den allgemeinen Wirkungen,
die
sowohl
den Gesunden als auch den Diabetiker zunächst
in
gleicher Weise
treffen, gesagt.
Als Nichtraucher bin ich mir bewußt,
daß
ein
Raucher spätestens
jetzt nach einer Zigarette sucht, denn das Nicotin
hat
noch
eine weitere Wirkung und diese ist es, die es
weltberühmt
gemacht hat. Es beruhigt den Aufgeregten und es
regt
den Müden
an je nach der momentanen Stimmungslage des
Rauchers.
Es
bewirkt bei jedem Raucher das was er von ihm haben
möchte.
Als Abbauprodukt des Nicotins entsteht im
Körper
die
Nicotinsäure, chemisch die ß -
Pyridincarbonsäure.
Bei längerer
Verabfolgung reiner Nicotinsäure kann es in
zahlreichen
Fällen
zu einer Störung der Glucosetoleranz kommen.
Diese
ist zwar
meist reversibel, glegentlich kann es aber auch,
besonders
bei
hohen Dosierungen von Nicotinsäure zur
Diabetes-Manifestation
kommen. Diese Beobachtung haben Ärzte
gemacht, die
hohe
Nicotinsäuredosen bei der sogenannten
Nicotinsäuretherapie
zur
Behandlung peripherer arterieller
Durchblutungsstörungen
und
von Hyperlipidämien einsetzten.
Eine derartige Beeinträchtigung des
Kohlenhydratstoffwechsels
würde sich selbstverständlich bei einem
bereits
bestehenden
Diabetes mellitus besonders nachteilig auswirken.
der
Wirkungsmechanismus der Nicotinsäure ist noch
weitgehend
ungeklärt. Man nimmt jedoch an, daß der
Angriffspunkt
der
Nicotinsäure außerhalb der eigentlichen
diabetischen
Stoffwechselstörung liegt, da die
Glucosetoleranz
bei
Stoffwechselgesunden und bei Diabetikern etwa in
gleicher
Häufigkeit beeinträchtigt wird und da
auch
die Schwere der
Erkrankung oder die Güte der
Stoffwechselführung
keinen Einfluß
auf das Vorkommen einer veränderten
Glucosetoleranz
haben.
Literatur: (3) S. 173-174
Der große Brockhaus S. 383
Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: