Bücherei
Regal 1
Chemisch 1, 3, 7 - Trimethylxanthin, ein Purinderivat

ist eine weiße, bitter schmeckende, in Wasser
und
in Alkohol
nur schwer lösliche Substanz.
Es kommt zu:
1,2 % im Samen von Coffea (Kaffeebaum)
2,4 % in den Blättern von Thea sinensis
(Teestrauch)
0,8 - 1,5 % in Ilex paraquaiensis (Mate)
1,5 - 3,5 % in der Colanuß
4 - 6 % in Paullinia sorbilis (Quaremasamen)
vor.
Während über den negativen Einfluß
des
Nicotins auf die
Durchblutung, speziell bei schon vorhandenen arteriellen
Gefäßerkrankungen, heute in der Medizin
Übereinstimmung
herrscht, scheinen sich die Experten über die
Bedeutung
des
Koffeins in diesem Zusammenhang nicht ganz einig.
Dozent Dr. Schönhofer, Bonn, versuchte hier
einige
Widersprüche
dadurch zu klären, daß er dem Coffein
gewissermaßen
zwei
Wirkungskomplexe zuschreibt, die sich in mancher
Hinsicht
antagonistisch auslöschen.
Die Tatsache, daß wiederholt festgestellt
wurde,
daß ca. 150
bei 350 mg Coffein, wie sie in 2 bei 3 Tassen eines
üblichen
Bohnenkaffees enthalten sind, weder in der Haut noch
in der
Muskulatur zu nennenswerten Veränderungen der
Durchblutungsverhältnisse führen,
läßt
sich nach Dr. Schönhofer
dadurch erklären, daß sich hier zwei Effekte
des Coffeins
gegenseitig auslöschen.
Einerseits bewirkt Coffein eine
Gefäßerweiterung
in den
peripheren Bezirken des Körpers, gleichzeitig aber
bewirkt es
auch eine Reizung des vegetativen Nervensystems, was
eine
Gefäßverengung zur Folge hat.
Da sich diese beiden Wirkungen nahezu aufheben,
kommt
in der
Körperperipherie die Wirkung des Coffeins nicht
zum tragen.
Beim Herzen liegen die Verhältnisse jedoch
anders,
da es nicht
vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, fällt
hier die
gefäßverengend wirkende Komponente der
Coffeinwirkung
weg. Das
Coffein bewirkt eine Beschleunigung der Herzreaktion,
wodurch
der Sauerstoffverbrauch ansteigt, Gleichzeitig
erweitern
sich
die Herzkranzgefäße. Nach Dr.
Schönhöfer
reicht dies jedoch
nicht aus, um die arteriovenöse Differenz, d.h.
den
Sauerstofftransport von arteriellem zum venösen
Schenkel der
Strombahn hin, günstig zu beeinflussen, so
daß
man unter
Coffein mit einer Verminderung der Leistungsreserve des
Herzens
rechnen muß.
In dieser Hinsicht wirkt sich also Coffein beim
Gesunden
wie
beim Diabetiker in gleicher Weise aus. So daß es
für den
Gesunden wie für den Diabetiker denselben
Risikofaktor
in sich
birgt.
Wie aber verhält es sich mit den Wirkungen des
Coffeins
auf den
Kohlenhydratstoffwechsel? Gibt es derartige Wirkungen
und wenn
ja, wie sehen diese aus?
Dazu folgendes Schema:

Katecholamine d.h. vor allem Adrenalin stellen, wie
bereits
im
Kapitel 3.5 dargestellt, einen Gegenspieler des
Insulins
dar.
Ihre vermehrte Ausschüttung bewirkt eine
verstärkte
Glykolyse,
die nach obigem Kaskadenmechanismus verläuft.
Dabei
handelt es
sich um schnell wirkende Hormone mit relativ kurzer
Halbwertszeit, die vom Körper in Notfallsituationen
ausgeschüttet werden, z.B. bei Streß,
plötzlicher
Aufregung,
stammesgeschichtlich betrachtet ursprünglich zur
raschen
Bereitstellung der erforderlichen Energie zur Flucht
oder zum
Angriff des betroffenen Individuums. Beim Diabetiker
kann es in
einer Streßsituation zu einem raschen
Blutzuckeranstieg
kommen,
der dadurch hervorgerufen wird, daß nach
vermehrter
Adrenalinausschüttung eine erhöhte
Glycogenolyse
auftritt.
Obwohl Adrenalin eine kurze Halbwertszeit hat,
erniedrigt
sich
der Blutzuckerspiegel beim Altersdiabetiker infolge der
Secretionsstarre des Insulins langsamer als beim
Gesunden.
Dies
kann dazu führen, daß bei einem Patienten,
der aufgeregt zum
Arzt kommt ein zu hoher Blutzuckerspiegel gemessen
wird,
obwohl
dieser normalerweise einen völlig gut
eingestellten
Blutzucker
aufweisen würde. Dieses Beispiel zeigt, wie auch
psychische
Faktoren auf den diabetischen Stoffwechsel einwirken
können.
Ich habe die Schilderung dieser Dinge deshalb
vorweggenommen,
weil dadurch deutlich wird, daß Coffein dem
Körper
eigentlich
eine andauernde Notfall- bzw Streßsituation
vortäuscht.
Sein Angriffspunkt liegt am CAMP. Es wirkt dadurch,
daß
es
dasjenige Enzym abbaut, das normalerweise CAMP abbaut.
Ist jedoch CAMP in verstärktem Maße
vorhanden,
so entsteht über
verschiedene Zwischenstufen auch vermehrt
Phosphorylase,
was
eine vermehrte Glycogenolyse und somit einen
Blutzuckeranstieg
zur Folge haben müßte.
Trotzdem steht Kaffee auf der Liste der für den
Diabetiker
in
"uneingeschränktem Maße erlaubten"
Getränke
und wird sogar in
Krankenhäusern während der
Diabeteseinstellung
verwendet.
Ob hier ein Fehler in der Krankenhausbehandlung oder
in
den
vorausgegangenen Erläuterungen liegt, kann nur eine
Untersuchung belegen. Wahrscheinlich aber wird es wohl
so sein,
daß die blutzuckersteigernde Wirkung des Coffeins
durch
erhöhten Glucoseverbrauch ausgeglichen wird. Es
ist bekannt,
daß Coffein den Grundumsatz beträchtlich zu
erhöhen vermag.
Literatur: Der große Brockhaus S. 696
Vorlesung Humanbiologie II WS 73/74
Und
hier noch mein
persönlicher Tipp
für Sie, weil Sie meine
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Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: