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Die Chance, auch mit Diabetes lebenstüchtig zu sein.

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5. Die Chance durch Selbstkontrolle des Stoffwechsels die
akuten Komplikationen und Spätschäden einzudämmen.

Zur Zeit gibt es die Möglichkeit in Sekundenschnelle mit wenigen Microlitern Blut eine exakte Blutzuckerbestimmung durchzuführen.
Ich erinnere mich an eine Zeit in der die Blutzuckermessgeräte Kühlschrankgröße hatten.

Hier mein Bericht.

Bisher wurde geschildert, wie verschiedene Variable auf den
Stoffwechsel des Diabetikers einwirken. Dies sind
Nahrungszufuhr, Insulinzufuhr, Bewegung, Klima und psychische
Einflüsse. Wie sehr sich die Veränderung einer zunächst wohl
unscheinbaren Variablen auf den Kohlenhydratstoffwechsel
auswirken kann, zeigen z.B. die Untersuchungen von Ch. Daniel
und F. Rice vom Pharmakologischen Institut der Stanford-
Universität, Kalifornien. Sie untersuchten die Auswirkungen von
Vitamin C auf die diabetische Stoffwechsellage. Versuchsperson
war einer der Forscher selbst. Er war zur Zeit der Untersuchung
Anfang 20. Sein Diabetes bestand seit dem 15. Lebensjahr. Sein
Insulinbedarf betrug 32 IE täglich. Es zeigte sich, daß Hohe
Gaben von Vitamin C den Blutzuckerwpiegel zu senken vermögen.
Der Forscher nahm von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr morgens stündlich
Vitamin C ein. Es gelang den beiden Forschern, den
Insulinbedarf durch diese Maßnahme auf nur 13 IE täglich, bei
gleichzeitiger Einnahme von 11 g Vitamin C, zu reduzieren.

Selbstverständlich sind 11 g Vitamin C eine unter natürlichen
Verhältnissen nicht vorkommende hohe Vitamindosis. Die
Untersuchung zeigt jedoch, daß auch Vitamin C im diabetischen
Stoffwechsel einee Variable darstellt.

Wie soll man nun aber angesichts all dieser bekannten und
unbekannten Variablen, die sich teilweise überschneiden ,
teilweise ergänzen und teilweise auslöschen, den Stoffwechsel
im Gleichgewicht halten ?

Die Natur hat hier eine geniale und wahrscheinlich die
einfachste Lösung gefunden. Sie stellt z.B. einfach fest, der
Blutzucker sinkt und reagiert mit Maßnahmen, die den Blutzucker
steigen lassen, wobei sie überhaupt nicht nach der Ursache z.B.
einer Blutzuckersenkung durch Vitamin C fragt.

Wie kann der Mensch dieses Vorgehen der Natur möglichst genau
nachahmen? Die Antwort liegt nahe, er müßte seinen Blutzucker
eigentlich dauernd messen.

Die Erstellung eines stichprobenartig durchgeführten
Blutzuckertagesprofils stellt meiner Erfahrung nach meist einen
Zufallstreffer dar, wenn sie z.B. vierteljährlich im Rahmen
einer ambulanten Untersuchung im Krankenhaus oder beim Arzt
durchgeführt wird, da sich bereits Stunden später die
Stoffwechsellage wieder völlig verändern kann. Deshalb sollte
der Diabetiker die Möglichkeit haben, seinen Stoffwechsel
selbst, d.h. täglich zu kontrollieren, etwa um sofort nach
Auftreten einer Veränderung den Arzt aufzusuchen, und nicht
erst den nächsten fälligen Untersuchungstermin abwarten. Wobei
sich womöglich bis dahin der Stoffwechsel "von selbst" wieder
normalisiert oder noch verschlechtert hat.

Welche Möglichkeiten hat nun aber der Diabetiker um
festzustellen, ob er gut eingestellt ist und ob seine
Nahrungszufuhr der Bewegung und der Insulinzufuhr entsprechen?

Um dieser Frage nachzugehen, will ich in den folgenden Kapiteln
Methoden der Glucosebestimmung und deren Brauchbarkeit zur
Stoffwechselkontrolle des Diabetikers untersuchen.

Literatur: New Scientist 57,471 (1973)
Naturw. RDsch / 27. Jahrg Heft 1 1947


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