Bücherei
Regal 1
Diese Methode beruht auf der
physikalischen
Eigenschaft
der
Glucose, die Ebene des polarisierten Lichtes in
eine
bestimmte
Richtung zu drehen. je höher die
Konzentration der
Lösung,
desto größer der Drehwinkel. Kennt man
das
spezifische
Drehvermögen irgendeiner Substanz, so kann
man ihre
Konzentration in einer Lösung durch einfaches
Ablesen
des
Drehwinkels quantitativ bestimmen. Es besteht
jedoch
die
Schwierigkeit, daß der Drehwinkel der
Konzentration
bei extrem
hohen Konzentrationen nicht streng proportional
verläuft.
Versuch: Messung von
Glucosekonzentrationen mit
Leybold
Polarisationsapparat.
Beschreibung des Gerätes
Der Apparat ist ein
Halbschattenpolarimeter mit
Laurentscher
Platte. Dieses ist eine parallel zur optischen
Achse
geschnittene Quarzplatte, die das halbe
Gesichtsfeld
im Okular
bedeckt. Sie ist so dick, daß der
Gangunterschied
zwischen
parallel und senkrecht zur optischen Achse
schwingendem
Licht
der Wellenlänge (= 589 nm) D-Linien der
Natrium-
Spektrallampe
ein ungeradzahliges Vielfaches einer halben
Wellenlänge
ist.
Bei Betrachtung des Gesichtsfeldes durch ein
analysierende
Nikolsches Prisma erscheinen die beiden
Hälften
ungleichmäßig
beleuchtet, bis durch die Drehung des Nikols
gleiche
Helligkeit
hergestellt ist. Durch dieses Hilfsmittel ist die
Genauigkeit
der Winkeleinstellung am Nikol wesentlich
verbessert.
Die
weiteren Bestandteile sind:
1 Polarisator mit eingebautem
Orangefilter, 1
drehbarer
Analysator mit der Quarzplatte und 1 Okular mit
ca.
3-facher
Vergrößerung. Der Halbschattenwinkel
ist auf
9o fest
eingestellt. Der abziehbare Beleuchtungsvorsatz (
mit
Kabel und
Stecker) ist mit einem Glühlämpchen 6V,
2,4
W ausgestattet. Im
Stecker dieser Beleuchtungseinrichtung ist der
Transformator
zum Anschluß an die Netzspannung von 220 V (
bei
Gerät 472 83)
bzw. 110 V (bei Gerät 472 849 untergebracht.
Ein
Teilkreis von
0 bis plus minus 9o ist in ganze Grade geteilt.
Ein
Nonius
mit
Lupe gestattet die Ablesung von 0,1o . Das
Instrument
ist auf
einem kräftigen Dreifuß, um eine
Querachse
drehbar, befestigt.
In den mit einem drehbaren Lichtschutzmantel
versehenen
Beobachtungsraum lassen sich
Beobachtungsröhren
bis zu einer
Länge von 200 mm einlegen. Diese
Glasröhren
sind beiderseitig
mit einem Schraubverschluß versehen und
haben in
der Mitte eine
Kunststoffhalterung. Eine 200 mm lange Röhre
wird
mit dem
Polarisationsapparat mitgeliefert.
Die beiden Beobachtungsröhren (472
85) sind
190,09mm
und
95,04mm lang. Zur Feststellung der Konzentration
von
Traubenzuckerlösungen, d.h. in diesem Fall
zur
Feststellung
der
Harnzuckerkonzentration, wählt man am besten
eine
genau
190,09mm lange Röhre, denn dann ist der
abgelesene
Wert direkt
der Prozentgehalt der Lösung. Man füllt
diese
Röhre, nachdem
man die Verschlußkappe an der engen Seite
des
Glasrohres
abgeschraubt hat, bis zum Überlaufen. Wenn
man
dann
von der
Seite her das Deckglas über die
Röhrenöffnung
schiebt, enthält
das Glasrohr höchstens noch sehr kleine
Luftbläschen.
Die
Kappe, die das Deckglas festhält darf
allerdings
nicht zu fest
zugeschraubt werden, denn sonst entsteht im
Deckglas
sog.
Spannungsdoppelbrechnug und diese stört die
Messung.
Bevor man
die Röhre nun in den Apparat legt, wischt man
am
besten noch
einmal die Röhrenenden sauber ab, damit
Tropfen,
die vielleicht
noch daran hängen, entfernt werden. Man darf
die
Röhre dazu
allerdings nicht zu lange in der warmen Hand
halten,
denn sonst
bilden sich Schlieren, die durch die
ungleichmäßige
Erwärmung
entstehen und diese stören die Messung. Wenn
man
den Apparat
mit dem Okular leicht schräg nach oben
stellt,
steigen
kleine
Luftbläschen in die obere Erweiterung der
Röhrenöffnung.
Dadurch wandern sie aus dem Gesichtsfeld und
können
die Messung
nicht mehr stören.
Zur Ablesung des Wertes stellt man am
Okular
zunächst
das
zweiteilige Gesichtsfeld scharf ein. Man sieht
dann im
Prinzip
folgendes Bild:

Eine der beiden Okularhälften ist
heller und
zeigt
eine andere
Farbe. Man dreht nun so lange am Analysator bis
beide
Gesichtsfeldhälften in gleichem Maß
abgedunkelt
sind. Am besten
findet man diese Stelle, wenn man
gewissermaßen
wie bei der
Scharfeinstellung eines Senders im Radio über
die
schärfste
Stelle hinaus und wieder zurück pendelt.
Die beiden Gesichtsfeldhälften
leuchten auch
mit
gleicher
Helligkeit, wenn man von der Stelle stärkster
Verdunkelung
um
90o nach rechts oder nach links dreht. Man hat
dann die
Stellung größter Helligkeit getroffen.
Die
Ablesung an der
Stellung größter Helligkeit wird jedoch
ungenauer
als die
Ablesung an der Stelle größter
Verdunkelung,
weil man den Punkt
gleicher Helligkeit beider
Gesichtsfeldhälften
hier
nicht so
genau feststellen kann. Außerdem muß
man
berücksichtigen, daß
man in dieser Stellung einen entweder um 90o zu
großen
oder zu
kleinen Drehungswinkel abliest.
Wenn man die Stellung gleicher Helligkeit
gefunden
hat,
liest
man die Grade und Zehntelgrade der optischen
Drehung
unter
Zuhilfenahme des Nonius, der im Prinzip wie eine
Schieblehre
funktioniert, ab.
Die Harnzuckerbestimmung nach dieser
Methode hat
für
den
Diabetiker den Vorteil, daß nach Anschaffung
des
Gerätes keine
weiteren Chemikalien notwendig sind, so daß
durch
eine tägliche
Harnzuckerbestimmung keine laufenden Kosten
anfallen.
Allerdings ist der Anschaffungspreis des
Gerätes
relativ hoch,
so daß es einige Zeit braucht, bis sich das
Gerät
amortisiert.
Literatur: Katsch Möhnike Aceton bis
Zucker VEB
Georg Thieme Leipzig GTL 1970 S. 156 - 161
Leybold Gerätekarte 472 83 ; 472 84

Und
hier noch mein
persönlicher Tipp
für Sie, weil Sie meine
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Die wichtigsten
Schüssel
zur körperlichen Gesundheit
sind: