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Die Chance, auch mit Diabetes lebenstüchtig zu sein.

DiabetikerSelbsthilfe-Report
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7.2 Die geistig-seelische Entwicklung

Das Unterthema, die geistig-seelische Entwicklung diabetischer
Kinder und Jugendlicher, das bereits im vorausgegangenen
Kapitel Anklang, würde sich zur Erstellung einer weiteren
Arbeit dieser Art eignen. Es kann hier in keiner Weise
erschöpfend behandelt werden.

Zunächst möchte ich die Frage aufwerfen, inwieweit die
griechische Weisheit "mens sana in corpore sano" auf den
Diabetiker zutrifft. Muß man diese Weisheit in der Richtung
ausdehnen, daß man sagt "eine bedingt gesunde Seele in einem
bedingt gesunden Körper", wobei man den Zustand der "bedingten
Gesundheit" des Diabetikers auf sein Seelenleben ausdehnen
würde?

Als Antwort auf diese Frage zunächst eine Feststellung. Häufige
Hypoglykämien bzw. starke Blutzuckerschwankungen führen zu
einer Schädigung des Gehirns.

Bei 8065 insulinbehandelten Diabetikern wurden die schwersten
Hypoglykämien bei Kindern beobachtet. Daraus schließt Günther
(f) auf eine größere Empfindlichkeit des kindlichen Gehirns
gegenüber Glucosemangel. Er gibt dazu folgende Zahlen an. In 87
Fällen waren Hirnschäden auf Hypoglykämie zurückzuführen. 13
Kinder sind mit Sicherheit im hypoglykämischen Schock
gestorben. Bei 5 weiteren muß dieser als Todesursache
angenommen werden. Bei 16 Patienten, wovon es sich bei 13 um
Kinder handelte, entwickelte sich ein zerebrales Anfallsleiden.
Bei 4 Kindern und einem Erwachsenen entwickelte sich eine sog.
Demenz, dabei handelt es sich um eine schwere
Wesensveränderung. Es wurden auch leichtere zerebrale Defekte
wie z.B. Beeinträchtigung der Gedächtnisfunktion und der
Konzentrationsfähigkeit als Folge hypoglykämischer Zustände
beobachtet.

Die Häufung hypoglykämischer Reaktionen und somit das Auftreten
einer Hirnschädigung im Kindesalter hat verschiedene Ursachen.
Als erste Ursache muß man sicher die stärkere funktionelle
Labilität des vegetativen Nervensystems beim Kind ansehen.
Ferner aber auch den beim Kind verhältnismäßig hohen
Kohlenhydratbedarf. Dadurch kommt es nicht nur zu den typischen
spontanen Hypoglykämien mit stark abgesenkten Blutzuckerwerten,
sondern auch zur sogenannten Pseudo-Hypoglykämiem, die durch
einen zu raschen Blutzuckerabfall durch die Gegenregulation des
Organismus hervorgerufen wird. Besonders bei Verwendung von
Alt-insulin kann es, als Folge eines zu raschen
Blutzuckerabfalles, zu hypoglykämischen Symptomen kommen,
obwohl der Blutzuckerwert noch im Normalbereich liegt, da der
Organismus auf diese Stoffwechselsituation mit verstärkter
Ausschüttung von Katecholaminen reagiert. Als weitere Ursache
müssen selbstverständlich auch die Umstände der kindlichen
Lebensführung in Betracht gezogen werden. Häufig fehlt im
Kindesalter noch die Einsicht in, wie ich es nennen will,
Stoffwechselnotwendigkeiten.

Eine zweite Feststellung, die man treffen kann, lautet:
"Häufige Schulversäumnisse vermindern den Schulerfolg und haben
deshalb eine negative Auswirkung auf die geistige Entwicklung
eines Kindes". Die Tatsache, daß beim diabetischen Kind,
bedingt durch Stoffwechselkontrollen, aber auch durch
Krankenhausaufenthalte Schulveräumnisse häufiger auftreten,
stellt ein deutliches Handicap für das diabetische Kind dar,
das die schulischen Chancen mindert.

Nach diesen beiden Feststellungen sollte man als Folgerung
annehmen können, daß sowohl die schulischen Leistungen als auch
der I.Q. diabetischer Kinder unter dem von vergleichbaren
Altersgruppen liegt. Dies ist jedoch nicht der Fall, der I.Q.
diabetischer Kinder und auch ihre Schulleistungen entsprechen
im Durchschnitt denjenigen von vergleichbaren Altersgruppen.
(f)

Bezüglich der Schulleistungen schnitten diabetische Kinder
sogar im Durchschnitt besser ab, als ihre vergleichbaren
Altersgenossen. Zur Erklärung dieser Tatsache existieren
verschiedene Annahmen. So wird unter anderem angenommen, daß
das diabetische Kind durch erhöhte schulische Leistungen
versucht, seinen körperlichen Mangel wieder wettzumachen, es
sucht sozusagen nach Selbstbestätigung. Diese erhöhte
Strebsamkeit genügt dieser Ansicht nach, um das Handicap des
diabetischen Kindes nicht nur zu kompensieren, sondern sogar
noch bessere Leistungen zu ermöglichen.

Man sollte jedoch den Einfluß, den eine geregelte Lebensführung
wie sie beim diabetischen Kind zur Notwendigkeit wird auf die
Schulleistungen ausübt, bei der Erörterung seelischer
Kompensationsmechanismen nicht außer Acht lassen.

Soviel zunächst zur geistigen Entwicklung. Zur seelischen
Entwicklung kurz einige Daten nach (f).

Nach einem Persönlichkeits-Frustrations-Test (PFT) reagierten
43% der Diabetiker anders als ihre jeweiligen Altersgenossen.
43% anstatt zu erwartender 25% zeigten in diesem Test die
Tendenz, das frustrierende Hindernis nicht zu betonen. 35%
waren gar bemüht, die Existenz des Hindernisses überhaupt zu
leugnen. 44% anstatt zu erwartender 25% setzten sich nur in
geringem Maße oder auch gar nicht zur Lösung von
Konfliktsituationen ein. 36% erwarteten wenig oder gar keine
Hilfe von der Umwelt. 30% richteten in vermindertem Maße
Beschuldigungen und Tadel gegen sich selbst. 61% anstatt zu
erwartender 50% zeigten diese Reaktionsweise in "normalem"
Ausmaß, wobei natürlich zu fragen wäre, was das normale Ausmaß
eigentlich ist.

Nach dem Ergebnis dieses PFT neigen 30 - 40% aller Diabetiker
dazu, in Frustrationssituationen mit Verdrängungs- bzw.
Verleugnungsmechanismen zu reagieren.

Die Anzahl derartiger Tests ist unüberschaubar. Weitere
Literatur in Anhang von (f). Selbst Untersuchungen zur
Häufigkeit von Nägelkauen und Daumenlutschen, im Vergleich mit
nichtdiabetischen Altersgenossen, wurden durchgeführt, mit dem
Ergebnis, daß kein signifikanter Unterschied besteht.

Zum Abschluß dieses Themas möchte ich sozusagen exemplarisch,
eine Untersuchung zum Beliebtheitsgrad des diabetischen Kindes
unter Klassenkameraden nach (f) herausgreifen.

Dabei ergab sich durch statistische Berechnung, daß die etwas
geringere Beliebtheit mit der Häufigkeit der Schulversäumnisse
und einer langen Krankheitsdauer in Beziehung stand. Es zeigte
sich, daß diabetische Kinder vor allem dann weniger beliebt
bzw. unbeliebt waren, wenn sich ihre Mutter ihnen gegenüber
übermäßig kontrollierend ("overprotective") verhielt. Es zeigte
sich auch, daß diejenigen diabetischen Kinder, die sich besser
an die Diätvorschriften halten, zu den beliebteren gehörten.
Dies zeigt, daß das diabetische Kind durch seine Diät von
seinen Mitschülern nicht in eine Außenseiterrolle gedrängt
wird. Da die Gefahr eines Krankenhausaufenthaltes bei
Nichteinhalten der Diät jedoch größer wird, zeigt sich auch
hierin, der Zusammenhang mit der Häufigkeit der
Schulversäumnisse.

Es wird deutlich, daß das diabetische Kind durch Einhalten der
notwendigen Lebensweise nicht nur die Chance für einen gesunden
Körper, sondern auch seine Beliebtheit in der Klasse und somit
seine Chance auf ein gesundes Seelenleben zu vergrößern vermag.

Wichtig ist, dass ein Kind frühzeitig Verantwortung für sich und andere zu übernehmen lernt z.B. durch die Aufgabe ein Haustier wie ein Meerschweinchen zu betreuen.
Wie zum Beispiel unter: www.Valentins-Meerschweinchen.de

Literatur: (f) Beihefte zum Archiv für Kinderheilkunde
Heft 66

Die psychische Entwicklung diabetischer Kinder
und Jugendlicher von
Priv.-Doz. Dr. Ingeborg Jochmus (1971)
Ferdinand Enke Verlag Stuttgart


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Und hier noch mein persönlicher Tipp für Sie, weil Sie meine Seite besucht haben:

Die wichtigsten Schüssel zur körperlichen Gesundheit sind:


Wenn Sie gesund werden und bleiben möchten, starten ein Programm zur Kostenübernahme im Krankheitsfall, und dann konzentrieren sie sich darauf, täglich etwas für Ihre Gesundheit zu tun.
 
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit, Glück, Wohlstand  und Erfolg.
Ihr Hugo R. Vogel
                                        


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