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Die Chance, auch mit Diabetes lebenstüchtig zu sein.
DiabetikerSelbsthilfe-Report
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9.1 Die Zellulartherapie

Die Zellulartherapie beruht m.E. auf der Ankurbelung des
Regenerationsprozesses des menschlichen Organismus. Nehmen wir
an, daß eine Zelle im Augenblick ihres Absterbens an die
Umgebung Botenstoffe abgibt die den Zellen im um sie
herumliegenden Zellverband mitteilen, daß hier eine Zelle
abstirbt so wäre dies für diese Zellen das Signal für einen
Zellteilungsprozess. Durch dieses Signal würde nun die am
nächsten liegende Zelle zur Teilung veranlasst. Die Steuerung
dieses Regenerationsprozesses könnte durch einen
Konzentrationskoeffizienten dieses Botenstoffes gesteuert
werden, sodaß sich immer nur die der absterbenden Zelle am
nächsten liegende Zelle teilen würde. Würden nun lebende Zellen
eines Tieres in den menschlichen Körper gebracht, so würden sie
von der Immunabwehr des Körpers als körperfremd erkannt und
getötet. Wenn die tierischen Botenstoffe dieser absterbenden
Zellen von gleicher Beschaffenheit sind wie die des
menschlichen Körpers, so könnten sie den Regenerationsprozess
anregen.

Bei der Zellulartherapie handelt es sich um eine von Prof. Dr.
med. Paul Niehans entwickelte Behandlungsmethode. Dabei werden
lebende Zellen aus Organen von Tierföten und Jungtieren dem
Menschen injiziert. Da die Zellen in dieser Lebensphase sehr
stoffwechselaktiv sind, wurde die Behandlung mit solchen Zellen
als sehr wirksam angenommen. Diese Methode führte zur sog,
Frischzelltherapie. Dabei wird unmittelbar nach dem Schlachtung
des Tieres eine Zellaufschwennung aus dem zerkleinerten Organ
hergestellt. Diese wird dem Kranken intramuskulär injiziert.
Selbstverständlich wird durch eine sehr genaue Untersuchung des
Spendertieres dafür gesorgt, daß die Übertragung von
Krankheitserregern auf den Menschen ausgeschlossen ist. Die
erste Injektion von Frischzellen erfolgte am 1-IV 1931 in der
Klinik in Clarens in der Schweiz. Es ist möglich die
Zellulartherapie auch mit lyophil getrockneten Zellen
durchzuführen. Damit könnte die Zellulartherapie auch von
Ärzten durchgeführt werden, die das Zellmaterial nicht selbst
herstellen können.

Prof. Dr. med Paul Niehans versuchte zu klären, ob es möglich
wäre, durch Injektion von Pankreaszellen den Diabetes mellitus
pancreaticus zu heilen.

Zunächst wurden Versuche an Tieren angestellt. Jedes
Versuchstier erhielt 15 mg lyophil getrocknetes Pankrasgewebe
einmalig intramuskulär injiziert, Der Nüchten-Blutzucker, der
Blutzucker nach Belastung, wie auch die Harnzuckermenge wurden
bis zum 30 Tag nach der Injektion des lyophilisierten
Pankreasgewebes bei den Versuchstieren kontrolliert. Es wurde
beobachtet, daß die Injektion zu einer signifikanten Senkung
der pathologisch erhöhten Blutzuckerwerte führte. Die
Blutzuckerwerte der Versuchstiere lagen im Durchschnitt 43%
unter denen der Kontrolltiere, denen keine Pankreaszellen
injiziert wurden. Auch die Harnzuckerausscheidung ging als
Folge der niedrigeren Blutzuckerwerte bei den Versuchstieren
zurück.

Um therapeutisch wertvolle Betazellen-Präparate zu gewinnen
teilte Prof. Dr. med. Paul Niehans getrennten Gruppen jeweils
ihr Aufgabengebiet zu. Die erste Arbeitsgruppe hatte die
Aufgabe, die Inselzellen des Pankreas von den Verdauungssaft
produzierenden Zellen durch tryptische Verdauung des
Bindegewebes zu trennen. Das Bindegewebe wird dabei vor den
Zellen verdaut. Danach muß die Verdauung sofort unterbrochen
werden, sobald die 3 Zellarten des Pankreas im sog. Balducci-
Apparat isoliert in der Flüssigkeit frei schwimmen. Die
Trennung der 3 Zellarten, Alphazellen, Betazellen,
Verdauungssaft produzierende Zellen, könnte anschließend auf
Grund ihres unterschiedlichen spezifischen Gewichtes
vorgenommen werden. Entnimmt man während dieses
Verdauungsvorganges sukzessive Proben, so kann man diesen
Vorgang unter dem Mikroskop beobachten. Wird der
Verdauungsvorgang im richtigen Augenblick durch zufügen von
physiologischer Koachsalzlösung gestoppt, so enthält das
Präparat nur noch freischwimmende Zellen. Das Präparat enthält
also in diesem Fall Alpha- und Betazellen und falls man einen
foetalen Pankreas verwendet, noch nicht aktive Verdauungszellen
des foetalen Pankreas, denn die Verdauungszellen des Pankreas
nehmen ihre Verdauungssaftsekretion erst nach der Geburt,
stimuliert durch die erste Nahrungsaufnahme auf, während die
Alpha- und Betazellen bereits in foetalem Zustand voll
funktionsfähig sind.

Die zweite Arbeitsgruppe hatte die Aufgabe, die Glucagon
produzierenden Alphazellen von den Insulin produzierenden
Betazellen zu trennen, nachdem die Verdauungszellen entfernt
worden waren. Diese Trennung wurde auf mechanische Weise, durch
sieben, zentrifugieren und durch schichtweise Entnahme mit der
Pasteur-Pipette versucht, Auch eine Trennung auf chemische
Weise, durch Schädigung der nicht gewünschten Zellart und auf
elektrische Weise wurden versucht.

Die dritte Arbeitsgruppe hatte die Aufgabe, die Vermehrung der
foetalen Beta-Zellen und eine Aktivierung ihrer
Insulinsekretion zu versuchen. Dabei wurde folgendermaßen
vorgegangen. Es ist bekannt, daß wenn eine zuckerkranke Frau
ein Kind erwartet, sich ihre Blutzuckerwerte normalisieren und
somit auch ihre Zuckerausscheidung im Urin verschwindet. Dies
kommt dadurch zustande, daß der Foetus nicht nur sich selbst,
sondern auch den mütterlichen Organismus durch seine
Inasulinproduktion beeinflußt. Dadurch werden die Betazellen
des foetalen Pankreas zu erhöhter Insulinsekretion angeregt.
Die Mutter ist dadurch für die Dauer ihrer Schwangerschaft
nicht mehr zuckerkrank, wird jedoch nach der Geburt ihres
Kindes wieder diabetisch.

Durch diese Mehrarbeit entwickeln sich die Betazellen des
foetalen Pankreas sehr stark. Sie hypertrophieren und vermehren
sich, so daß sich das im "normalen" Pankreas bestehende
Verhältnis von 50 Alpha- : 50 Betazellen auf 10 Alpha - : 90
Betazellen verschiebt.

Die Verhältnisse in Tierföten sind folglich für die Herstellung
von therapeutisch wertvollen Beta-Zellen-Präparaten sehr von
Interesse. Der foetale Pankreas eignet sich außerdem auch
deshalb zur Herstellung von Beta-Zellen-Präparaten, weil die
Verdauungszellen in diesem Zustand noch nicht aktiv sind, so
daß bei einer Injektion von Pankreaszellen auch ohne
vorangehende Entfernung der Verdauungszellen kein
Verdauungsabszeß an der Injektionsstelle riskiert wird.

Die erste Injektion von frischen Beta-Inselzellen wurde am
2.10.1960 in der Klinik in Clarens in der Schweiz durchgeführt,
Sie wurde, wie die folgenden Injektionen von Betazellen
reaktionslos aufgenommen und hatte eine den Blutzucker senkende
Wirkung

In seinem 3. Situationsbericht - B - Zellen der Inseln des
Pankreas im Kampfe gegen Diabetes mellitus pankreaticus -
veröffentlicht Prof. Paul Niehans einige kasuistische
Beispiele. Da sich dieser Bericht meines Erachtens nahezu
unglaublich anhört, halte ich es für nötig, 2 dieser Beispiele
daraus zu zitieren.

>>Herr P.C. geb 1899: Zuckerkrank seit April 1960. starkes
Durstgefühl.

15 Stunden nach Absetzen jeder Medikamentation unter
Beibehaltung der Diät wurde sein Blutzuckerspiegel nüchtern
bestimmt.

Resultat: 122mg/%

Der Belastungstest mit 50 g Glucose ergab

nach 30 min 154 mg/%
nach 90 min 141 mg/%

Am 3. 10. 1960 Frischzellen-Injektion (incl. B-Inselzellen).
Die Kontrollen an den folgende Tagen schwanken zwischen 122 und
83 mg/%

Der Patient wird am 31.10. mit einem Blutzuckerspiegel von 105
mg/% entlassen, mit der Bitte, uns monatlich das Resultat des
Zuckergehaltes seines Blutes mitzuteilen.<<

Da Herr P.C. seinen Diabetes im Alter von 61 Jahren bekommen
hat, dürfte es sich bei dem Patienten um einen Altersdiabetiker
gehandelt haben. Der positive Effekt der Behandlung wäre danach
auf eine Regeneration des Inselzellsystemes also einer Teilung
von körpereigenen Beta-Zellen provoziert durch die Botenstoffe
der absterbenden tierischen Betazellen zurückzuführen.

Heute wird von zahlreichen Autoren angenommen, daß der Typ 1
Diabetes die Folge eines fehlgeleiteten Immunsystems ist,
welches die körpereigenen Betazellen des Typ 1 Diabetikers
zerstört. In diesem Fall könnte durch diese Therapieform
wahrscheinlich keine Besserung des Stoffwechselzustandes
erreicht werden, da entweder die durch Teilung neu gebildeten
Betazellen wieder vom fehlgeleiteten Immunsystem angegriffen
würden bzw. da nach Zerstörung der letzten Betazelle durch das
fehlgeleitete Immunsystem keine Zellen mehr vorhanden sind,
welche zur Teilung veranlasst werden können.

Fallbeispiel 2:

>>Herr N.W. geb. 1887: Zuckerkrankheit als Alterserscheinung
seit 1943 mit schwerem Augenleiden seit 1959

15 Stunden nach Absetzen jeder Medikamentation unter
Beibehaltung der Diät wurde der Blutzuckerspiegel nüchtern
bestimmt.

Resultat:161mg/%

Die Belastungsprobe mit 50 g Glucose ergab

nach 30 min 212mg/%
nach 90 min 228mg/%

Am 6. 10. 1960 Frischzellen-Injektion (incl. frische B-
Inselzellen).

Die Kontrollen an den folgenden Tagen schwanken zwischen 197
und 115mg/%. Der Patient wird am 3.11.1960 mit einem
Blutzuckerspiegel von 118 mg/% entlassen, mit der Bitte uns
monatlich das Resultat des Zuckergehaltes seines Blutes
mitzuteilen.<<

Prof. Paul Niehans schreibt dazu:>> Wir können das
Zahlenverhältnis tierischer A- und B-Zellen beliebig
kombinieren von 50 : 50 bis auf 95 % B - : 5 % A-Inselzellen.
es gilt nun, die optimale Proportion und die notwendige
Injektionsmenge bei verschiedener Höhe des Blutzuckerspiegels
beim Menschen zu bestimmen. Wie lange die Wirkung anhält,
werden wir nach Jahren, wenn wir genügend Rückblick haben,
beurteilen können.<<

Seit 1960 sind mittlerweile Jahrzehnte vergangen, es ist mir
jedoch bisher nicht gelungen, festzustellen, wie sich die
Entwicklung auf diesem Gebiet vollzogen hat und aus welchen
Gründen diese so vielversprechende Therapie heute nicht in
großem Umfang durchgeführt wird. Vielleicht spielen allergische
Reaktionen des menschlichen Körpers gegen artfremde Zellen
dabei eine Rolle. Weitere Gründe für die Tatsache, daß sich
alternative Therapieformen nur schwer durchsetzen können wurden
bereits in der Einleitung zu diesem Kapitel kurz angeschnitten.

Literatur: Die Zellulartherapie
Referatenblatt
B-Zellen der Inseln des Pankreas im Kampfe
gegen Diabetes mellitus pancreaticus
3. Situationsbericht von Prof. Dr. med. Paul
Niehans
Burier/Vevey (Schweiz) 16. XI. 1960

B-Inselzellen zur Heilung des Pankreas Diabetes
mellitus von Prof. Paul Niehans.
Burier / La Tour De Peilz Schweiz

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Und hier noch mein persönlicher Tipp für Sie, weil Sie meine Seite besucht haben:

Die wichtigsten Schüssel zur körperlichen Gesundheit sind:


Wenn Sie gesund werden und bleiben möchten, starten ein Programm zur Kostenübernahme im Krankheitsfall, und dann konzentrieren sie sich darauf, täglich etwas für Ihre Gesundheit zu tun.
 
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit, Glück, Wohlstand  und Erfolg.
Ihr Hugo R. Vogel
                                           


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